"Ich habe es bis heute nicht bereut
Trainer zu sein"
Warum bist du eigentlich Trainer geworden?
Alois Michlits: Ich hatte es eigentlich nie vor Trainer einer
Kampfmannschaft zu werden. Eher ein Trainer im Nachwuchsbereich – und so nahm ich
auch das Angebot eines Funktionärs des USC-Wallern an und besuchte 1993 den
Nachwuchstrainerkurs in Eisenstadt. Da gleich unmittelbar darauf ein
Landesverbandstrainerkurs ausgeschrieben war, beschloss ich, diesen noch zu
besuchen und dann das Kapitel Trainer und Kurse zu beschließen. Als ich dann für das Spieljahr 97/98 ein Angebot vom
USC Weiden als Spielertrainer annahm, waren die Weichen für die Zukunft
gestellt. Ich wusste aber auch, wenn ich was erreichen will, muss
ich mich weiterentwickeln. So besuchte ich all die Trainerkurse und besitze
zurzeit die UEFA - A Lizenz. Ich habe es bis heute nicht bereut Trainer zu sein.
Hattest du irgendwelche Vorbilder als Trainer? Oder
woher kommt deine Trainerphilosophie?
Alois Michlits: Vorbilder habe ich als Trainer nicht. Aber ich hatte
als Spieler sehr viele Trainer. Ich versuche, von jedem Trainer, den ich hatte,
das Beste rauszuholen und es dementsprechend umzusetzen, zum Beispiel Trainingsaufbau,
Spielerbesprechungen, Einzelgespräche usw. Aber komplett kopieren möchte ich keinen anderen
Trainer. Jeder muss seine Vor- und Nachteile kennen und die
dementsprechend einsetzen.
Wie bist du mit dem 8. Tabellenplatz nach dem Herbst
zufrieden?
Alois Michlits: Das erste halbe Jahr beim FC Mönchhof gab es nur ein Ziel:
KLASSENERHALT. Da ist es schwer, auf junge Spieler oder auf ein
Spielsystem einzugehen. Jedoch war von Anfang an mit den verantwortlichen
Funktionären ausgemacht, dass der FC Mönchhof einen neuen Weg einschlagen
wird. Den Weg der jungen einheimischen Spieler und Spieler vom Bezirk, die
nicht nur kommen um Geld zu verdienen, sondern um zu lernen und sich
weiterzuentwickeln. Leider zogen wir uns dadurch den Unmut mancher Vereine
zu. Es war uns auch klar, dass wir mit unserem System aber
auch mit unseren jungen Spielern nicht von Anfang an eine Topmannschaft der
2. Liga werden.
"hier in Mönchhof wächst was ganz
Besonderes heran"
Man sollte die Mannschaft nicht nur nach dem Tabellenplatz
bewerten, es gibt Dinge, die einem Trainer mehr Spaß und Freude machen als
der 8. Tabellenplatz. Auf diese Dinge werde ich vermutlich später noch
genauer eingehen. Das soll aber nicht heißen, dass ich mit dem
Tabellenplatz zufrieden bin. Die, die mich kennen, wissen, dass ich nicht zufrieden bin. Ich weiß und bin davon überzeugt, dass hier in Mönchhof
was ganz besonders Großes heranwächst – nur dauert es ein wenig Zeit – man
kann eine gute Mannschaft nicht in einem Jahr aufbauen.
Und die Ziele dann für das Frühjahr?
Alois Michlits: Weniger Tore bekommen und mehr Tore schießen. Anstatt
der 8 Unentschieden min. 4 mal gewinnen. Versuchen keine so starken Leistungsschwankungen zu
haben. Eine konstante Leistung von Spiel zu Spiel. Und dazulernen, punkto System dazulernen. Lernen,
lernen, und nochmals lernen.
Stichwort „FC Kapusta“, was sagst du den Leuten, die
sagen: „Wir haben nur so viele Punkte und sind auf Platz 8 dank Torhüter
Martin Kapusta“ – haben diese Recht?
Alois Michlits: Nein, die haben nicht Recht! Diese Aussage ist für alle anderen Spieler schon fast
eine Beleidigung. Eine Fußballmannschaft besteht aus mehr als nur einem
Spieler. Es gibt auch Spieler, die Tore schießen oder die
Torchancen auflegen oder die sogar ein Tor verhinderten als bereits Martin Kapusta
geschlagen war. Warum spricht von diesen Spielern niemand? Hier ist es eine
Selbstverständlichkeit, dass sie das machen. Martins Aufgabe ist „Tor zu
verhindern“ und das hat er gemacht.
"alle Spieler haben 20 Punkte
gemacht"
Für mich ist Martin Kapusta ein genau so wichtiger Spieler
wie alle anderen. Natürlich ist er ein guter Tormann, aber wir haben vor
der Saison schon im Hinblick auf das neue System einen spielstarken Tormann
gesucht. Deshalb haben wir auch gewechselt. Für unser System brauchten wir
einen spielstarken Tormann, deshalb fiel die Wahl auch auf Martin Kapusta. Zu
sagen "wir hätten nur so viele Punkte dank Martin Kapusta" ist sicherlich
nicht richtig.
Als Trainer sehe ich – so wie alle anderen Zuschauer - seine Leistung am
Spielfeld. Jedoch sehe ich als Trainer seine „Leistung und seine
Einstellung“ auch im Training. Und wie ich schon sagte, für mich
zählen auch noch andere Dinge. Zum Abschluss möchte ich noch sagen, dass alle Spieler 20 Punkte
gemacht haben.
Und die anderen Neuzugänge Stephan Helm und
Christian Wegleitner?
Alois Michlits: Stephan Helm und Christian Wegleitner haben sich sehr
gut eingefunden. Vor allem was die Kameradschaft betrifft. Genau das
will ich auch mit solchen Spielern erreichen. Das Fundament einer
Amateurmannschaft ist nun mal die Kameradschaft. Stephan Helm hat sich in der Innenverteidigung ins
Rampenlicht gespielt und durch sein Zweikampfverhalten das Vertrauen der
Mannschaft und der Zuschauer gewonnen. In den letzten beiden Spielen, wo er gefehlt hat,
konnte man sehen wie wichtig er für unsere Mannschaft geworden ist.
"Stephan Helm hat sich ins
Rampenlicht gespielt"
Christian Wegleitner wurde als Spielmacher geholt und da hat
man natürlich einen schwereren Stand. Für mich muss ein Spieler nicht nur Tore schießen bzw.
Torchancen auflegen, sondern auch außerhalb des Spielfeldes ein „Spielmacher“
sein. Das trifft bei Christian zu. In manchen Spielen wurde unser Mittelfeld mit weiten
Bällen überspielt und da ist es verdammt schwer ins Spiel zu finden. Ich hoffe, dass wir im Frühjahr von hinten mehr
herausspielen, dann wird auch Christian besser ins Spiel kommen.
Julian und Ariton Pema brauch ich ja nicht erwähnen,
da sie bereits für den FC tätig waren.
Die Entwicklung der jungen Spieler, wie zufrieden
bist du?
Alois Michlits: Was Trainingsbeteiligung betrifft bin ich sehr
zufrieden. Was ich im Vorfeld gehört habe, bevor ich Trainer wurde, war es ja
nicht immer so. Wir haben im Schnitt 20 Leute beim Training, was in Mönchhof
nicht so normal war. Das gefällt mir besonders gut. Ganz besonders
hervorheben muss ich Manuel Tschanek, der kein einziges Training ausgelassen
hat. Mit seiner Schnelligkeit und Technik werden wir noch sehr viel Freude
haben. Was er jedoch noch lernen muss ist, nicht so schnell
die Flinte ins Korn zu werfen, also aufgeben, wenn es nicht gleich so läuft wie
er es gern hätte.
Michael Wasserscheidt ist vom Charakter und Einstellung
her sehr brav. War leider für ein paar Spiele verletzt. Was mir an Michael
gefällt ist, dass ich ihn universell einsetzen kann. Also rechter
Außenverteidiger, Mittelfeldspieler, aber auch wenn es darauf ankommt als
Stürmer.
Werner Horvath ist auch sehr universell einsetzbarer
Spieler. Gegen Andau hat er nach seiner Einwechslung den Umschwung gebracht.
Das freut mich, dass wir Leute auch immer auf der Bank haben, die einen
Umschwung bringen können.
Andreas Schwarz war viel verletzt, aber ich bin
überzeugt davon, dass er nicht nur in der Innenverteidigung, sondern auch
als defensiver Mittelfeldspieler eine Alternative für die Zukunft sein
wird.
Thomas Rapp war bis zum Bundesheer ein sehr fleißiger
Spieler, hat kein Training ausgelassen. Dadurch kam er auch hin und wieder zum Einsatz in der
Kampfmannschaft. Durch die Grundausbildung beim Bundesheer
zurückgefallen. Jedoch am Ende der Herbstsaison wieder fleißig trainiert.
Ich kann nur hoffen, dass er am Ball bleibt. Eine Alternative im Mittelfeld.
Die Brüder Pema sind sehr gute Fußballspieler. Aber
da erzähle ich ja nichts Neues. Das Problem der beiden ist eindeutig ihr
Temperament. Das müssen die beiden noch in Griff bekommen.
Erich Kirschner auch sehr lange verletzt, stand lange
nicht zur Verfügung. Ich will ihn aber im Frühjahr wieder fix in die
Mannschaft einbauen. War in der abgelaufenen Saison (Frühjahr) sicher einer
unserer Stärksten.
Aber auch alle anderen jungen Spieler, die ich jetzt
nicht namentlich nennen will, überzeugen mit ihrer Trainingseinstellung. Doch das Problem bei allen jungen Spielern ist die starke Schwankung. Das spiegelt sich dann auch auf die komplette
Mannschaftsleistung.
Das vieldiskutierte Thema Viererkette, was kannst du
dazu den Fans sagen?
Alois Michlits: Das Interesse an diesem Thema gefällt mir. Es hat im ganzen Bezirk Wellen geschlagen und man hat
oft über den FC Mönchhof und die Viererkette gesprochen. Ich möchte etwas weiter ausholen. Ich habe das erste
Mal von der Viererkette gehört, ich glaube, 1988 oder 1989, als Walter Schachner Trainer in Kärnten war. Er war einer der Ersten, der die
Viererkette spielen ließ. Dass er ein Spitzentrainer ist, der durch die
italienische Schule gegangen ist, beweist der Meistertitel mit Kärnten und
dem GAK. Was die Taktik betrifft, ist er einer der Topleute im
österreichischen Fußball. Ich war noch Spieler und hatte noch keinen
Trainerkurs, als ich das erste Mal mit dem Wort Viererkette konfrontiert
wurde, und ich gebe zu, ich wusste nicht um was es hier ging. In den Medien hat man immer gehört:
"Viererkette kann
man in Österreich nicht spielen, da hier nur gute Fußballer erforderlich
sind". Ich glaube, auch daher kommt die negative Stimmung in Mönchhof gegen
dieses Spielsystem. Die Viererkette hat man in den Medien schon im Voraus
tot geredet. Auch heute wird noch viel darüber diskutiert, aber es ist kein
Thema mehr, dass dieses System in der Bundesliga von fast allen Teams gespielt wird,
einige spielen schon mit der Dreier-Abwehrkette.
"die Viererkette wurde in den Medien
tot geredet"
Wenn man die Vorteile und Nachteile abwiegt und sich
mit dem System beschäftigt und es trainiert, bin ich vom System überzeugt. Wichtig ist, dass die Spieler bereit sind zu lernen. Viele Mannschaften
spielen mit Libero und 2 Manndecker. Die Aufgaben sind klar definiert. Bei uns haben die vier Verteidiger in der
Defensive
die Aufgabe, sowohl die Position des Letzten, andere Mitspieler abzusichern,
als auch die Position der Manndeckung im Raum zu übernehmen. Bemerken möchte ich, dass wir nie vorhatten, die vier
Verteidiger auf eine Linie spielen zu lassen – da bin ich auch der Meinung,
dass da sehr viele Trainingseinheiten erforderlich sind und dass es im
Amateurbereich fast nicht durchführbar ist. Wir suchen eigentlich den Vorteil der Viererkette in
der Offensive – aber da werde ich nicht näher drauf eingehen.
Traurig ist nur, wenn wir in Österreich die Viererkette
anfangen zu begreifen und zu spielen, die schon im Nachwuchsbereich trainiert
werden sollte, wird international schon wieder ein anderes System gespielt.
Ein Internetuser (Aufmerksamer) fragt, ob man sich
nicht im defensiven Mittelfeld vor der Saison verstärken hätte sollen. Er
hat Spiele gesehen, wo nach vorne nicht viel gegangen ist und nach hinten
auch viele Fehler passiert sind. Er meint, man hätte einen defensiven
Mittelfeldspieler und guten Stürmer holen müssen! Deine Antwort?
Alois Michlits: Im Angriff wussten wir schon im Sommer, dass wir uns
verstärken müssen. Dann haben wir nicht den optimalen gefunden und dann
haben wir beschlossen, bis in den Winter hinein zuzuwarten. Im defensiven Mittelfeld war ein Spieler wie Andreas
Schwarz vorgesehen, jedoch war er viel verletzt. Jürgen Meidlinger, Harald
Weiss und Stephan Helm könnte man auf dieser Position auch noch einsetzen. Trotzdem werden wir uns dort nicht verstärken und nur
einen Stürmer für das Frühjahr dazuholen. Ich gebe dem Internetuser nicht
ganz Unrecht.
Da sind wir schon beim Thema Neuzugänge. Wer kommt?
Wer geht?
Alois Michlits: Es wurde ein Stürmer verpflichtet. Namen gibt es noch
keinen für die Öffentlichkeit. Abgänge gibt es nach heutigem Wissensstand
keine. Thomas Kast bleibt auch bei uns.
Die Gerüchte aus dem Internet, wonach Theo Koch und
Christian Gartner kommen?
Alois Michlits: Davon weiß ich nichts! Aber nichts ist unmöglich.
Auf der Generalversammlung wurde auch die Position
des Co-Trainers hinterfragt. Kannst du mal kurz erläutern, wie wichtig Helmut
Göltl in dieser Funktion für dich ist?
Alois Michlits: Helmut Göltl ist sehr wichtig für den Verein. Er ist
nicht nur Co-Trainer, sondern auch Mädchen für alles. Er kümmert sich um die
Dressen, informiert die Spieler über Zeiten wie Training und Abfahrt,
Treffpunkt für die Reserve. Für Spieler, die beim Bundesheer sind, ruft er
dort an und versucht sie für Spiele frei zu bekommen. Er macht Sachen,
wovon seine Kritiker gar nichts wissen. Die jungen Spieler merken, dass jemand für sie da ist und das ist ganz wichtig. Auch im Training, wenn wir
zwei Gruppen machen beim taktischen Training, kümmert er sich um die zweite
Gruppe. Als ich dem FC Mönchhof zugesagt habe, war meine Bedingung, dass ich
einen Co-Trainer habe. Wenn ich dienstlich verhindert bin und nicht zum
Training kommen kann, ist er für die Mannschaft da. Er knüpft Verbindungen ins Ausland oder zu Spielern,
was für den Verein sehr wichtig ist, weil kein anderer im Verein das macht.
Er schaut sich Spiele in der Slowakei an, wo keiner weiß, dass er das macht.
Er hat auch Ahnung von seiner Arbeit. Er besitzt die B-Lizenz und ist
fachlich hervorragend. Nicht zu vergessen ist, dass er zu jedem Training
nach Mönchhof fahren muss. Ich bestehe darauf, dass der Helmut Göltl so lange
Co-Trainer bleibt, solange ich Trainer bin. Ich habe das schon öfters gesagt und ich möchte auch,
dass es geschrieben wird. Damit alle Diskussionen ein Ende haben!
Heimspiele am Samstag oder Sonntag. Die Mönchhofer
Fans sind da gespaltener Meinung. Tendenz eher zum Sonntag.
Alois Michlits: Man kann heute nicht sagen, weil immer am Sonntag
gespielt wurde muss es so bleiben. Im Amateurbereich muss man auf die
Spieler eingehen, das wurde die letzten Jahre eh verabsäumt. Vor allem
bekommen die Spieler kein Geld und es ist ihre Freizeit, welche sie dem
Fußballsport opfern. Wenn ich die Voraussetzungen jetzt nicht hätte, sprich
die Flutlichter, wäre es was anderes. Mönchhof ist die einzige 2. Liga
Mannschaft im Bezirk, die am Samstagabend Flutlichtspiele machen kann. Es
hat kein anderer Verein, weder Pamhagen, Andau, Halbturn, Frauenkirchen noch
Gols die Möglichkeit, Flutlichtspiele auszutragen. Und warum soll ich einen Vorteil nicht
nutzen.
"der Sonntag gehört der Familie"
Ich weiß es von Illmitz, wie sie die Flutlichter bekommen haben und
als Samstag gespielt wurde, haben sich alle Leute aufgeregt. Das hat ein
halbes
Jahr gedauert und dann wurde es akzeptiert. Vielleicht sollte man in
Mönchhof auch bei einem Termin bleiben, wäre für die Fans einfacher. Wenn
ich mich für Fußball interessiere, kann ich mir aber jeden Termin einteilen.
Und wenn jemand am Sonntag Fußball sehen will, hat er sicher kein Problem im
Bezirk ein Spiel zu sehen. Viele sagen, sie wollen den Sonntag mit Ihrer
Familie verbringen und wollen daher am Samstagabend spielen. Die Jungen, die
Familie und Kinder haben, sind sicher für den Spieltermin Samstag, damit
Sonntag für ihre Familie frei bleibt. Sie müssen es verstehen und
respektieren, dass auch die Spieler ihre Freizeit brauchen. Vom Finanziellen
hat mir der Kassier gesagt, dass nicht viel Unterschied bei den Einnahmen
ist, Kantine geht am Samstag sogar besser. Und es geht nicht von Michlits
oder Göltl aus, dass man am Samstag spielt. Die Voraussetzungen wurden durch
den Bau der Flutlichtanlage schon im Vorfeld gesetzt, wo die Weichen schon
gestellt wurden.
Thema Schiedsrichter: bist du mit den mäßigen
Leistungen zufrieden? Mönchhof fühlte sich im Herbst schwer benachteiligt
von den Referees, siehst du das auch so?
Alois Michlits: In der Summe gleicht sich alles wieder aus. Ich glaube
nicht, dass Schiedsrichter absichtlich jemanden benachteiligen. In Steinbrunn,
wo Schiedsrichter Herczeg 2 Tore nicht gegeben hat und die Steinbrunner
sogar bestätigt haben, dass beide Bälle hinter der Linie waren, ist der
Schiedsrichter nachher zu mir gekommen und hat sich entschuldigt. Wie auch
die Fußballer, haben auch die Schiedsrichter nicht immer einen guten Tag und
das sehe ich ein.
Aber ein Schiedsrichter Paukovitsch, der ein junger
Schiedsrichter ist und glaubt, er sei der Herrgott am Platz und sich selbst
verwirklichen will und keine Fehler eingesteht, das sehe ich nicht ein. Wenn
jemand Fehler macht und es danach nicht einsehen will, die sind für mich wie
ein rotes Tuch. Es zeigt Größe, wenn man Fehler macht und es danach auch
einsieht. Alles abstreiten bis zur letzten Minute zeugt nicht von Klasse.
Aber scheinbar sind es diese Schiedsrichter die man heranzüchtet.
Schiedsrichter Salzer hatte im letzten Spiel keine
Schuld, dass wir verloren haben, aber er hat seines dazu beigetragen. Wenn
meine 11 Spieler alles geben und kämpfen und dann ein Schiedsrichter mit
seinen Entscheidungen diese Leistung zunichte macht, kann ich das nicht
einsehen. Natürlich sollen sie ihre Arbeit machen, aber nicht ein Spiel
verpfeifen. Fehler passieren, aber man muss danach dazu stehen. Das vermisse
ich bei den jungen Schiedsrichtern und das gefällt mir nicht.
"jungen Schiedsrichtern fehlt das
Fingerspitzengefühl"
Schiedsrichter Pintzger im Spiel gegen
Siegendorf hat es richtig gemacht und hat quasi schon mitgerauft. Er hat es
super gemacht, wem hätte es was gebracht, wenn er 2 Minuten vor Schluss 3 Spieler
ausschließt. Danach ging das Spiel normal zu Ende und es wurde ja nicht
weitergerauft. Und das ist die Stärke eines Schiedsrichters in solchen
Situationen richtig zu reagieren. Fingerspitzengefühl bekommt man erst mit
der Zeit.
Ich merke das auch in meinem Job. Den richtigen Umgang
mit Leuten lernt man in keiner Schule oder aus Büchern, sondern erst im
Leben und in der Praxis. Und so ist es auch bei den Schiedsrichtern. Man
lernt erst von Spiel zu Spiel. Als Schiedsrichter muss man nicht im
Vordergrund stehen, sondern sollte den Spielern den Vortritt lassen.
Auch eine Frage aus dem Internet vom User
Ligainspektor. Welche persönlichen Ambitionen hast du für die Zukunft?
Alois Michlits: Ein Grund nach Mönchhof zu kommen war das Potential,
welches an jungen Spielern vorhanden war. Ich hatte viele Angebote und habe
mich für Mönchhof entschieden, weil ich hier etwas erreichen will. Ich will
anständige, gute Arbeit leisten. Ich will überall, wo ich als Trainer tätig
bin, Meister werden. Es muss das Ziel sein, wenn man zu einer Mannschaft
kommt. Jedoch muss man die Verhältnisse sehen, denn wenn man gerade 11 oder
12 Spieler hat, kann man diesen Anspruch nicht haben. Aber das Ziel muss sein,
einen erfrischenden oder modernen Fußball zu zeigen, das ist mein
persönliches Ziel. Nicht auf der Stelle treten sondern immer was Neues zu
machen und immer am neusten Stand zu sein.
Internetuser „Dude“ fragt, ob du mal den USC Wallern
trainieren willst?
Alois Michlits: *lacht* Ich war vor einiger Zeit schon Interimstrainer
in Wallern. Der USC Wallern hat mit vielen jungen Eigenbauspielern
einen guten Weg eingeschlagen. Mit Gerd Vodicka hatten sie einen Trainer,
der nicht nur im Nachwuchs eine super Leistung erbracht hatte, sondern auch
in der Kampfmannschaft. Es wird und vor allem es wurde gut im Nachwuchs
gearbeitet und auch der Platz und die Anlage sind ausgezeichnet. Mit den
Funktionären habe ich, ich glaube zumindest, ein gutes Verhältnis. Und
früher oder später kommt man immer in die Heimat zurück.