DAS TRAINER-INTERVIEW

Interview mit Alois Michlits am 11. Dezember 2004

"Ich habe es bis heute nicht bereut Trainer zu sein"
 


Warum bist du eigentlich Trainer geworden?

Alois Michlits:
Ich hatte es eigentlich nie vor Trainer einer Kampfmannschaft zu werden. Eher ein Trainer im Nachwuchsbereich – und so nahm ich auch das Angebot eines Funktionärs des USC-Wallern an und besuchte 1993 den Nachwuchstrainerkurs in Eisenstadt. Da gleich unmittelbar darauf ein Landesverbandstrainerkurs ausgeschrieben war, beschloss ich, diesen noch zu besuchen und dann das Kapitel Trainer und Kurse zu beschließen. Als ich dann für das Spieljahr 97/98 ein Angebot vom USC Weiden als Spielertrainer annahm, waren die Weichen für die Zukunft gestellt. Ich wusste aber auch, wenn ich was erreichen will, muss ich mich weiterentwickeln. So besuchte ich all die Trainerkurse und besitze zurzeit die UEFA  - A Lizenz. Ich habe es bis heute nicht bereut Trainer zu sein.


Hattest du irgendwelche Vorbilder als Trainer? Oder woher kommt deine Trainerphilosophie?

Alois Michlits: Vorbilder habe ich als Trainer nicht. Aber ich hatte als Spieler sehr viele Trainer. Ich versuche, von jedem Trainer, den ich hatte, das Beste rauszuholen und es dementsprechend umzusetzen, zum Beispiel Trainingsaufbau, Spielerbesprechungen, Einzelgespräche usw. Aber komplett kopieren möchte ich keinen anderen Trainer. Jeder muss seine Vor- und Nachteile kennen und die dementsprechend einsetzen. 


Wie bist du mit dem 8. Tabellenplatz nach dem Herbst zufrieden?

Alois Michlits:
Das erste halbe Jahr beim FC Mönchhof gab es nur ein Ziel: KLASSENERHALT. Da ist es schwer, auf junge Spieler oder auf ein Spielsystem einzugehen. Jedoch war von Anfang an mit den verantwortlichen Funktionären ausgemacht, dass der FC Mönchhof einen neuen Weg einschlagen wird. Den Weg der jungen einheimischen Spieler und Spieler vom Bezirk, die nicht nur kommen um Geld zu verdienen, sondern um zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Leider zogen wir uns dadurch den Unmut mancher Vereine zu. Es war uns auch klar, dass wir mit unserem System aber auch mit unseren jungen Spielern nicht von Anfang an eine Topmannschaft der 2. Liga werden.

"hier in Mönchhof wächst was ganz Besonderes heran"


Man sollte die Mannschaft nicht nur nach dem Tabellenplatz bewerten, es gibt Dinge, die einem Trainer mehr Spaß und Freude machen als der 8. Tabellenplatz. Auf diese Dinge werde ich vermutlich später noch genauer eingehen. Das soll aber nicht heißen, dass ich mit dem Tabellenplatz zufrieden bin. Die, die mich kennen, wissen, dass ich nicht zufrieden bin. Ich weiß und bin davon überzeugt, dass hier in Mönchhof was ganz besonders Großes heranwächst – nur dauert es ein wenig Zeit – man kann eine gute Mannschaft nicht in einem Jahr aufbauen.


Und die Ziele dann für das Frühjahr?

Alois Michlits:
Weniger Tore bekommen und mehr Tore schießen. Anstatt der 8 Unentschieden min. 4 mal gewinnen.  Versuchen keine so starken Leistungsschwankungen zu haben. Eine konstante Leistung von Spiel zu Spiel. Und dazulernen, punkto System dazulernen. Lernen, lernen, und nochmals lernen.


Stichwort „FC Kapusta“, was sagst du den Leuten, die sagen: „Wir haben nur so viele Punkte und sind auf Platz 8 dank Torhüter Martin Kapusta“ – haben diese Recht?

Alois Michlits:
Nein, die haben nicht Recht! Diese Aussage ist für alle anderen Spieler schon fast eine Beleidigung. Eine Fußballmannschaft besteht aus mehr als nur einem Spieler. Es gibt auch Spieler, die Tore schießen oder die Torchancen auflegen oder die sogar ein Tor verhinderten als bereits Martin Kapusta geschlagen war. Warum spricht von diesen Spielern niemand? Hier ist es eine Selbstverständlichkeit, dass sie das machen. Martins Aufgabe ist „Tor zu verhindern“ und das hat er gemacht.

"alle Spieler haben 20 Punkte gemacht"

Für mich ist Martin Kapusta ein genau so wichtiger Spieler wie alle anderen. Natürlich ist er ein guter Tormann, aber wir haben vor der Saison schon im Hinblick auf das neue System einen spielstarken Tormann gesucht. Deshalb haben wir auch gewechselt. Für unser System brauchten wir einen spielstarken Tormann, deshalb fiel die Wahl auch auf Martin Kapusta. Zu sagen "wir hätten nur so viele Punkte dank Martin Kapusta" ist sicherlich nicht richtig.

Als Trainer sehe ich – so wie alle anderen Zuschauer - seine Leistung am Spielfeld. Jedoch sehe ich als Trainer seine „Leistung und seine Einstellung“ auch im Training. Und wie ich schon sagte, für mich zählen auch noch andere Dinge. Zum Abschluss möchte ich noch sagen, dass alle Spieler 20 Punkte gemacht haben.


Und die anderen Neuzugänge Stephan Helm und Christian Wegleitner?

Alois Michlits:
Stephan Helm und Christian Wegleitner haben sich sehr gut eingefunden. Vor allem was die Kameradschaft betrifft. Genau das will ich auch mit solchen Spielern erreichen. Das Fundament einer Amateurmannschaft ist nun mal die Kameradschaft. Stephan Helm hat sich in der Innenverteidigung ins Rampenlicht gespielt und durch sein Zweikampfverhalten  das Vertrauen der Mannschaft und der Zuschauer gewonnen. In den letzten beiden Spielen, wo er gefehlt hat, konnte man sehen wie wichtig er für unsere Mannschaft geworden ist.

"Stephan Helm hat sich ins Rampenlicht gespielt"

Christian Wegleitner wurde als Spielmacher geholt und da hat man natürlich einen schwereren Stand. Für mich muss ein Spieler nicht nur Tore schießen bzw. Torchancen auflegen, sondern auch außerhalb des Spielfeldes ein „Spielmacher“ sein. Das trifft bei Christian zu. In manchen Spielen wurde unser Mittelfeld mit weiten Bällen überspielt und da ist es verdammt schwer ins Spiel zu finden. Ich hoffe, dass wir im Frühjahr von hinten mehr herausspielen, dann wird auch Christian besser ins Spiel kommen.

Julian und Ariton Pema brauch ich ja nicht erwähnen, da sie bereits für den FC tätig waren.


Die Entwicklung der jungen Spieler, wie zufrieden bist du?

Alois Michlits:
Was Trainingsbeteiligung betrifft bin ich sehr zufrieden. Was ich im Vorfeld gehört habe, bevor ich Trainer wurde, war es ja nicht immer so. Wir haben im Schnitt 20 Leute beim Training, was in Mönchhof nicht so normal war. Das gefällt mir besonders gut. Ganz besonders hervorheben muss ich Manuel Tschanek, der kein einziges Training ausgelassen hat. Mit seiner Schnelligkeit und Technik werden wir noch sehr viel Freude haben. Was er jedoch noch lernen muss ist, nicht so schnell die Flinte ins Korn zu werfen, also aufgeben, wenn es nicht gleich so läuft wie er es gern hätte.

Michael Wasserscheidt ist vom Charakter und Einstellung her sehr brav. War leider für ein paar Spiele verletzt. Was mir an Michael gefällt ist, dass ich ihn universell einsetzen kann. Also rechter Außenverteidiger, Mittelfeldspieler, aber auch wenn es darauf ankommt als Stürmer.

Werner Horvath ist auch sehr universell einsetzbarer Spieler. Gegen Andau hat er nach seiner Einwechslung den Umschwung gebracht. Das freut mich, dass wir Leute auch immer auf der Bank haben, die einen Umschwung bringen können.

Andreas Schwarz war viel verletzt, aber ich bin überzeugt davon, dass er  nicht nur in der Innenverteidigung, sondern auch als defensiver Mittelfeldspieler eine Alternative für die Zukunft sein wird.

Thomas Rapp war bis zum Bundesheer ein sehr fleißiger Spieler, hat kein Training ausgelassen. Dadurch kam er auch hin und wieder zum Einsatz in der Kampfmannschaft. Durch die Grundausbildung beim Bundesheer zurückgefallen. Jedoch am Ende der Herbstsaison wieder fleißig trainiert. Ich kann nur hoffen, dass er am Ball bleibt. Eine Alternative im Mittelfeld.

Die Brüder Pema  sind sehr gute Fußballspieler. Aber da erzähle ich ja nichts Neues. Das Problem der beiden ist eindeutig ihr Temperament. Das müssen die beiden noch in Griff bekommen.

Erich Kirschner auch sehr lange verletzt, stand lange nicht zur Verfügung. Ich will ihn aber im Frühjahr wieder fix in die Mannschaft einbauen. War in der abgelaufenen Saison (Frühjahr) sicher einer unserer Stärksten.

Aber auch alle anderen jungen Spieler, die ich jetzt nicht namentlich nennen will, überzeugen mit ihrer Trainingseinstellung. Doch das Problem bei allen jungen Spielern ist die starke Schwankung. Das spiegelt sich dann auch auf die komplette Mannschaftsleistung.


Das vieldiskutierte Thema Viererkette, was kannst du dazu den Fans sagen?

Alois Michlits:
Das Interesse an diesem Thema gefällt mir. Es hat im ganzen Bezirk Wellen geschlagen und man hat oft über den FC Mönchhof und die Viererkette gesprochen. Ich möchte etwas weiter ausholen. Ich habe das erste Mal von der Viererkette gehört, ich glaube, 1988 oder 1989, als Walter Schachner Trainer in Kärnten war. Er war einer der Ersten, der die Viererkette spielen ließ. Dass er ein Spitzentrainer ist, der durch die italienische Schule gegangen ist,  beweist der Meistertitel mit Kärnten und dem GAK. Was die Taktik betrifft, ist er einer der Topleute im österreichischen Fußball. Ich war noch Spieler und hatte noch keinen Trainerkurs, als ich das erste Mal mit dem Wort Viererkette konfrontiert wurde, und ich gebe zu, ich wusste nicht um was es hier ging. In den Medien hat man immer gehört: "Viererkette kann man in Österreich nicht spielen, da hier nur gute Fußballer erforderlich sind". Ich glaube, auch daher kommt die negative Stimmung in Mönchhof gegen dieses Spielsystem. Die Viererkette hat man in den Medien schon im Voraus tot geredet. Auch heute wird noch viel darüber diskutiert, aber es ist kein Thema mehr, dass dieses System in der Bundesliga von fast allen Teams gespielt wird, einige spielen schon mit der Dreier-Abwehrkette.

"die Viererkette wurde in den Medien tot geredet"

Wenn man die Vorteile und Nachteile abwiegt und sich mit dem System beschäftigt und es trainiert, bin ich vom System überzeugt. Wichtig ist, dass die Spieler bereit sind zu lernen. Viele Mannschaften spielen mit Libero und 2 Manndecker. Die Aufgaben sind klar definiert. Bei uns haben die vier Verteidiger in der Defensive die Aufgabe, sowohl die Position des Letzten, andere Mitspieler abzusichern, als auch die Position der Manndeckung im Raum zu übernehmen. Bemerken möchte ich, dass wir nie vorhatten, die vier Verteidiger auf eine Linie spielen zu lassen – da bin ich auch der Meinung, dass da sehr viele Trainingseinheiten erforderlich sind und dass es im Amateurbereich fast nicht durchführbar ist. Wir suchen eigentlich den Vorteil der Viererkette in der Offensive – aber da werde ich nicht näher drauf eingehen.

Traurig ist nur, wenn wir in Österreich die Viererkette anfangen zu begreifen und zu spielen, die schon im Nachwuchsbereich trainiert werden sollte, wird international schon wieder ein anderes System gespielt.


Ein Internetuser (Aufmerksamer) fragt, ob man sich nicht im defensiven Mittelfeld vor der Saison verstärken hätte sollen. Er hat Spiele gesehen, wo nach vorne nicht viel gegangen ist und nach hinten auch viele Fehler passiert sind. Er meint, man hätte einen defensiven Mittelfeldspieler und guten Stürmer holen müssen! Deine Antwort?

Alois Michlits:
Im Angriff wussten wir schon im Sommer, dass wir uns verstärken müssen. Dann haben wir nicht den optimalen gefunden und dann haben wir beschlossen, bis in den Winter hinein zuzuwarten. Im defensiven Mittelfeld war ein Spieler wie Andreas Schwarz vorgesehen, jedoch war er viel verletzt. Jürgen Meidlinger, Harald Weiss und Stephan Helm könnte man auf dieser Position auch noch einsetzen. Trotzdem werden wir uns dort nicht verstärken und nur einen Stürmer für das Frühjahr dazuholen. Ich gebe dem Internetuser nicht ganz Unrecht.


Da sind wir schon beim Thema Neuzugänge. Wer kommt? Wer geht?

Alois Michlits:
Es wurde ein Stürmer verpflichtet. Namen gibt es noch keinen für die Öffentlichkeit. Abgänge gibt es nach heutigem Wissensstand keine. Thomas Kast bleibt auch bei uns.


Die Gerüchte aus dem Internet, wonach Theo Koch und Christian Gartner kommen?

Alois Michlits:
Davon weiß ich nichts! Aber nichts ist unmöglich.


Auf der Generalversammlung wurde auch die Position des Co-Trainers hinterfragt. Kannst du mal kurz erläutern, wie wichtig Helmut Göltl in dieser Funktion für dich ist?

Alois Michlits:
Helmut Göltl ist sehr wichtig für den Verein. Er ist nicht nur Co-Trainer, sondern auch Mädchen für alles. Er kümmert sich um die Dressen, informiert die Spieler über Zeiten wie Training und Abfahrt, Treffpunkt für die Reserve. Für Spieler, die beim Bundesheer sind, ruft er dort an und versucht sie für Spiele frei zu bekommen. Er macht Sachen, wovon seine Kritiker gar nichts wissen. Die jungen Spieler merken, dass jemand für sie da ist und das ist ganz wichtig. Auch im Training, wenn wir zwei Gruppen machen beim taktischen Training, kümmert er sich um die zweite Gruppe. Als ich dem FC Mönchhof zugesagt habe, war meine Bedingung, dass ich einen Co-Trainer habe. Wenn ich dienstlich verhindert bin und nicht zum Training kommen kann, ist er für die Mannschaft da. Er knüpft Verbindungen ins Ausland oder zu Spielern, was für den Verein sehr wichtig ist, weil kein anderer im Verein das macht. Er schaut sich Spiele in der Slowakei an, wo keiner weiß, dass er das macht. Er hat auch Ahnung von seiner Arbeit. Er besitzt die B-Lizenz und ist fachlich hervorragend. Nicht zu vergessen ist, dass er zu jedem Training nach Mönchhof fahren muss. Ich bestehe darauf, dass der Helmut Göltl so lange Co-Trainer bleibt, solange ich Trainer bin. Ich habe das schon öfters gesagt und ich möchte auch, dass es geschrieben wird. Damit alle Diskussionen ein Ende haben!


Heimspiele am Samstag oder Sonntag. Die Mönchhofer Fans sind da gespaltener Meinung. Tendenz eher zum Sonntag.

Alois Michlits:
Man kann heute nicht sagen, weil immer am Sonntag gespielt wurde muss es so bleiben. Im Amateurbereich muss man auf die Spieler eingehen, das wurde die letzten Jahre eh verabsäumt. Vor allem bekommen die Spieler kein Geld und es ist ihre Freizeit, welche sie dem Fußballsport opfern. Wenn ich die Voraussetzungen jetzt nicht hätte, sprich die Flutlichter, wäre es was anderes. Mönchhof ist die einzige 2. Liga Mannschaft im Bezirk, die am Samstagabend Flutlichtspiele machen kann. Es hat kein anderer Verein, weder Pamhagen, Andau, Halbturn, Frauenkirchen noch Gols die Möglichkeit, Flutlichtspiele auszutragen. Und warum soll ich einen Vorteil nicht nutzen.

"der Sonntag gehört der Familie"

Ich weiß es von Illmitz, wie sie die Flutlichter bekommen haben und als Samstag gespielt wurde, haben sich alle Leute aufgeregt. Das hat ein halbes Jahr gedauert und dann wurde es akzeptiert. Vielleicht sollte man in Mönchhof auch bei einem Termin bleiben, wäre für die Fans einfacher. Wenn ich mich für Fußball interessiere, kann ich mir aber jeden Termin einteilen. Und wenn jemand am Sonntag Fußball sehen will, hat er sicher kein Problem im Bezirk ein Spiel zu sehen. Viele sagen, sie wollen den Sonntag mit Ihrer Familie verbringen und wollen daher am Samstagabend spielen. Die Jungen, die Familie und Kinder haben, sind sicher für den Spieltermin Samstag, damit Sonntag für ihre Familie frei bleibt. Sie müssen es verstehen und respektieren, dass auch die Spieler ihre Freizeit brauchen. Vom Finanziellen hat mir der Kassier gesagt, dass nicht viel Unterschied bei den Einnahmen ist, Kantine geht am Samstag sogar besser. Und es geht nicht von Michlits oder Göltl aus, dass man am Samstag spielt. Die Voraussetzungen wurden durch den Bau der Flutlichtanlage schon im Vorfeld gesetzt, wo die Weichen schon gestellt wurden.


Thema Schiedsrichter: bist du mit den mäßigen Leistungen zufrieden? Mönchhof fühlte sich im Herbst schwer benachteiligt von den Referees, siehst du das auch so?

Alois Michlits:
In der Summe gleicht sich alles wieder aus. Ich glaube nicht, dass Schiedsrichter absichtlich jemanden benachteiligen. In Steinbrunn, wo Schiedsrichter Herczeg 2 Tore nicht gegeben hat und die Steinbrunner sogar bestätigt haben, dass beide Bälle hinter der Linie waren, ist der Schiedsrichter nachher zu mir gekommen und hat sich entschuldigt. Wie auch die Fußballer, haben auch die Schiedsrichter nicht immer einen guten Tag und das sehe ich ein.

Aber ein Schiedsrichter Paukovitsch, der ein junger Schiedsrichter ist und glaubt, er sei der Herrgott am Platz und sich selbst verwirklichen will und keine Fehler eingesteht, das sehe ich nicht ein. Wenn jemand Fehler macht und es danach nicht einsehen will, die sind für mich wie ein rotes Tuch. Es zeigt Größe, wenn man Fehler macht und es danach auch einsieht. Alles abstreiten bis zur letzten Minute zeugt nicht von Klasse. Aber scheinbar sind es diese Schiedsrichter die man heranzüchtet.

Schiedsrichter Salzer hatte im letzten Spiel keine Schuld, dass wir verloren haben, aber er hat seines dazu beigetragen. Wenn meine 11 Spieler alles geben und kämpfen und dann ein Schiedsrichter mit seinen Entscheidungen diese Leistung zunichte macht, kann ich das nicht einsehen. Natürlich sollen sie ihre Arbeit machen, aber nicht ein Spiel verpfeifen. Fehler passieren, aber man muss danach dazu stehen. Das vermisse ich bei den jungen Schiedsrichtern und das gefällt mir nicht.

"jungen Schiedsrichtern fehlt das Fingerspitzengefühl"

Schiedsrichter Pintzger im Spiel gegen Siegendorf hat es richtig gemacht und hat quasi schon mitgerauft. Er hat es super gemacht, wem hätte es was gebracht, wenn er 2 Minuten vor Schluss 3 Spieler ausschließt. Danach ging das Spiel normal zu Ende und es wurde ja nicht weitergerauft. Und das ist die Stärke eines Schiedsrichters in solchen Situationen richtig zu reagieren. Fingerspitzengefühl bekommt man erst mit der Zeit.

Ich merke das auch in meinem Job. Den richtigen Umgang mit Leuten lernt man in keiner Schule oder aus Büchern, sondern erst im Leben und in der Praxis. Und so ist es auch bei den Schiedsrichtern. Man lernt erst von Spiel zu Spiel. Als Schiedsrichter muss man nicht im Vordergrund stehen, sondern sollte den Spielern den Vortritt lassen.


Auch eine Frage aus dem Internet vom User Ligainspektor. Welche persönlichen Ambitionen hast du für die Zukunft?

Alois Michlits:
Ein Grund nach Mönchhof zu kommen war das Potential, welches an jungen Spielern vorhanden war. Ich hatte viele Angebote und habe mich für Mönchhof entschieden, weil ich hier etwas erreichen will. Ich will anständige, gute Arbeit leisten. Ich will überall, wo ich als Trainer tätig bin, Meister werden. Es muss das Ziel sein, wenn man zu einer Mannschaft kommt. Jedoch muss man die Verhältnisse sehen, denn wenn man gerade 11 oder 12 Spieler hat, kann man diesen Anspruch nicht haben. Aber das Ziel muss sein, einen erfrischenden oder modernen Fußball zu zeigen, das ist mein persönliches Ziel. Nicht auf der Stelle treten sondern immer was Neues zu machen und immer am neusten Stand zu sein.


Internetuser „Dude“ fragt, ob du mal den USC Wallern trainieren willst?

Alois Michlits:
*lacht* Ich war vor einiger Zeit schon Interimstrainer in Wallern. Der USC Wallern hat mit vielen jungen Eigenbauspielern einen guten Weg eingeschlagen. Mit Gerd Vodicka hatten sie einen Trainer, der nicht nur im Nachwuchs eine super Leistung erbracht hatte, sondern auch in der Kampfmannschaft. Es wird und vor allem es wurde gut im Nachwuchs gearbeitet und auch der Platz und die Anlage sind ausgezeichnet. Mit den Funktionären habe ich, ich glaube zumindest, ein gutes Verhältnis. Und früher oder später kommt man immer in die Heimat zurück.


Danke für das Interview!!




© Franz E. Frania am 15.12.2004