Austria-Archiv.at  Austria Wien Archiv
gewidmet dem treuen Austria Anhang
» Start  » Saisonen  » Spieler  » Betreuer/Funktionäre  » Erfolge  » Gegner  » Stadien  » Suche


Betreuerübersicht | Leopold B√∂hm
     

Leopold Böhm

   
 
 
Geburtsdatum   Homepage
11.01.1922, verstorben am 04.04.2007   Keine
     
Geburtsort   Nationalität
Wien   √Ėsterreich
     
Beschreibung    
Leopold B√∂hm war Sch√∂ps-Gr√ľnder, Immobilien-Tycoon und Austria-F√∂rderer

Leopold B√∂hm war zweifelsohne ein Doyen des √∂sterreichischen Wirtschaftslebens. Der ehemalige Sch√∂ps-Eigent√ľmer und Austria-F√∂rderer galt als einer der reichsten √Ėsterreicher und hat sich zuletzt seinen Immobilienprojekten gewidmet. Aus der √Ėffentlichkeit hat sich der Industrielle praktisch v√∂llig zur√ľckgezogen.

Am 8. M√§rz 2006 rutschte Leopold B√∂hm in seiner Villa in Wien-D√∂bling auf der letzten Stufe der Treppe aus, fiel auf den Marmorboden des Vorzimmers. "Gehirn-Trauma", diagnostizierten die √Ąrzte im Wiener Wilhelminenspital. Von dem Unfall sollte sich Leopold B√∂hm nie mehr erholen. Mittwoch um 10 Uhr fr√ľh starb er in seinem Haus in Wien - in den Armen seiner Ehefrau Lieselotte. Ein Jahr lang bem√ľhten sich √Ąrzte, den Patienten wieder auf die Beine zu bringen. B√∂hm lag im Wilhelminenspital, in der Rudolfsstiftung, im AKH. Er wurde ins k√ľnstliche Koma gelegt, seit September letzten Jahres schlie√ülich war er daheim - gel√§hmt. Die letzten f√ľnf Monate war er nicht mehr ansprechbar, musste k√ľnstlich ern√§hrt werden. Seine Ehefrau Lieselotte k√ľmmerte sich r√ľhrend um ihn. Mehrmals in der Woche kam Sandra Gr√ľnberger, uneheliche und einzige Tochter, vorbei und sah nach ihrem Vater

Flucht vor Nazis

Leopold B√∂hm wurde 1922 in Wien geboren. 1938 musste er im Alter von 15 Jahren vor der Nazi-Herrschaft aus √Ėsterreich fl√ľchten, seine Eltern hat er im Lauf der Shoah verloren. Ab 1940 hat der engagierte Antifaschist in der britischen Armee gegen die Besatzer seiner Heimat gek√§mpft. Nach dem Krieg arbeitete Leopold B√∂hm bei einer √Ėlfirma in Haifa, Israel.

1952 kehrte B√∂hm auf der Suche nach seinen Eltern nach Wien zur√ľck und arbeitete zun√§chst als Dolmetscher f√ľr die Tageszeitung "Kurier". 1953 trat er in das damals noch kleine Handelsunternehmen seines Onkels Richard Sch√∂ps ein, um es ein Jahr sp√§ter zu √ľbernehmen. Innerhalb weniger Jahre formte B√∂hm aus der Textilfirma am Wiener Salzgries ein Textil-Imperium mit Filialen in ganz √Ėsterreich.

Konkurrenz aus dem Ausland

1989 verkaufte der erfolgreiche Gesch√§ftsmann B√∂hm das Handelsunternehmen, das damals einen Umsatz von 1,4 Mrd. S (101,7 Mio. Euro) machte, an die britische Investmentbank J. Henry Schroeders - zu einem Zeitpunkt, als noch niemand auch nur ahnte, dass ausl√§ndische Modeketten wie H&M oder Peek & Cloppenburg massiv nach √Ėsterreich expandieren wollten.

Nach mehreren wirtschaftlich schwierigen Jahren und einer Reihe von verschiedenen Besitzern wechselte die √∂sterreichische Traditionsmarke Sch√∂ps erst wenige Tage vor seinem Tod erneut den Besitzer, als die deutsche Beteiligungsfirma Arques 51 Prozent √ľbernahm.

Das wirklich gro√üe Geld machte B√∂hm allerdings mit Immobilien. Sein erstes Projekt datiert aus dem Jahr 1978, als er das Modegro√ühandelscenter (MGC) in Wien-St. Marx errichten lie√ü. Gro√ü ins Gesch√§ft ist er aber erst nach dem Sch√∂ps-Verkauf eingestiegen. Branchenkenner sch√§tzen seinen Besitz auf 30 bis 40 Immobilien. B√∂hm war daf√ľr bekannt, Immobiliengesch√§fte sehr diskret zu behandeln und niemals pers√∂nlich in Erscheinung zu treten.

Vertrauensmann in Sachen Immobilien war f√ľr B√∂hm Ariel Muzicant. Einer der letzten gro√üen Deals d√ľrfte der Verkauf des Wiener Hotels Crown Plaza an die spanische NH-Gruppe gewesen sein. Der "trend" f√ľhrte den "begnadeten Finanzspekulanten" 2006 auf Rang 34 der 100 reichsten √Ėsterreicher. Auf 400 Millionen Euro taxierte das Wirtschaftsmagazin den Sch√∂ps-Gr√ľnder und Immobilienmulti Leopold B√∂hm.

Präsident der Austria

Neben Immobilien - und Lachsfischen - geh√∂rte B√∂hms Herz der Wiener Austria. Von 1973 bis 1977 war er auch deren Pr√§sident. Er blieb auch Pr√§sident nachdem die Austria im Herbst eine Spielgemeinschaft mit dem WAC eingegangen war und er die Elementar-Versicherung als Hauptsponsor gewinnen konnte. 1977 legte Kommerzialrat Leopold B√∂hm das Pr√§sidentenamt zur√ľck.

Zuletzt war B√∂hm beim Traditionsklub aus Favoriten bis 1995 als Vizepr√§sident und Vorstandsmitglied aktiv. Als "mein zweiter Vater" bezeichnete Austria-Legende Herbert Prohaska den langj√§hrigen Austria-F√∂derer. Mit ihm verband ihn bis zu seinem Tod eine Freundschaft. F√ľr das derzeit in Bau befindliche neue Zentrum des j√ľdischen Sportvereins Hakoah im Wiener Prater steuerte B√∂hm, wie der derzeitige Austria-M√§zen Frank Stronach, ebenfalls Sponsorengelder bei.

Ehefrau als Entf√ľhrungsopfer

Einen Schicksalsschlag erlebte die Familie B√∂hm 1977, als Leopold B√∂hms Frau entf√ľhrt wurde. Etwa einen Monat nach der Entf√ľhrung von Walter Michael Palmers wurde Lieselotte B√∂hm am 12. Dezember 1977 gekidnappt. Offiziell lie√üen die Exekutive und der Industrielle B√∂hm verlauten, es gebe kein Lebenszeichen von der damals 42-J√§hrigen. Leopold B√∂hm k√ľndigte gegen√ľber der √Ėffentlichkeit sogar die Zusammenarbeit mit der Exekutive auf und erkl√§rte, seine Frau auf eigene Faust freibekommen zu wollen.

Vier Tage tat sich scheinbar nichts, als am 16. Dezember Bewegung in den Fall kam. In zwei Tageszeitungen wurden Inserate geschaltet, deren Text auch in der "Zeit im Bild 1" des ORF ausgestrahlt wurde: "Firma Schilling kauft heute 21 M.", hie√ü es darin. Die Vermutung, dass es sich dabei um die Nachricht einer Geld√ľbergabe von 21 Mio. S (heute 1,53 Mio. Euro) handelte, machte die Runde.

In den Morgenstunden des 17. Dezember 1977 kehrte Lotte B√∂hm tats√§chlich in die Villa in D√∂bling zur√ľck. Ihre Kidnapper hatten sie nach der √úbergabe von 21 Mio. S freigelassen. Nach anderen Quellen waren es gar 27 Mio. Euro. Eine Gro√üfahndung der Polizei lief an, die T√§ter gingen den Beamten zun√§chst jedoch durch die Lappen. Erst 1978 gingen die Entf√ľhrer ins Netz der Exekutive. Es handelte sich um die so genannte MP-Bande.


Im Jahr 2011 wurde in Wien Landstraße (3. Bezirk) die Leopold-Böhm-Straße nach ihm benannt.

Bei Austria Wien
Von Bis Funktion
19731977Präsident

 
 
 
Letztes Update am: 21.01.2017
 
Zurück
 
Sollte Ihnen ein Fehler in unserer Statistik aufgefallen sein oder haben Sie Ergänzungen? Schicken Sie uns bitte ein E-Mail.